LEP#349 - Pour some sugar on me

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Feb 6, 20260
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Episode Notes

Roger Milenk: Sporternährungsexperte mit 33 Jahren Erfahrung im Ausdauersport, Entwickler verschiedener Kohlenhydratmischungen und Gels für Athleten aller Leistungsklassen.

Harald Fritz: Ausdauertrainer und Sportwissenschaftler, der eine Pilotstudie zur Echtzeit-Blutzuckermessung beim Wien-Marathon durchgeführt hat. Betreut zahlreiche Athleten und forscht an der praktischen Anwendung von Ernährungsstrategien.

🔬 Blutzuckerstudie Wien-Marathon

Harald erläutert seine Untersuchung mit 20 Marathonläufern, bei der eine Gruppe mittels Echtzeit-Blutzuckermessung ihre Ernährung optimierte, während die Kontrollgruppe Standardempfehlungen befolgte. Die Interventionsgruppe zeigte deutlich bessere Ergebnisse – 40% konnten die letzten 12 Kilometer schneller laufen als die ersten 30 Kilometer.

⚗ Individuelle Kohlenhydratverträglichkeit

Die Experten betonen die enormen individuellen Unterschiede bei der Kohlenhydrataufnahme. Während ein Athlet 150 Gramm pro Stunde benötigte, reagierte die Hälfte der Testpersonen mit Rebound-Hypoglykämie auf standardisierte Gels. Diese Unterschiede basieren auf der individuellen Anzahl der Carrier-Proteine Glut5 (für Fruktose) und SGLT1 (für Glukose).

🧪 Fruktose-Malabsorption im Sport

Roger erklärt, dass 30-40% der Menschen eine Fruktose-Malabsorption haben, unter Belastung sogar bis zu 50%. Selbst medizinische H2-Atemtests können diese belastungsinduzierte Unverträglichkeit nicht zuverlässig vorhersagen. Daher entwickelt Squeezy verschiedene Kohlenhydratmischungen, von fruktosefreien bis hin zu komplexeren Zusammensetzungen.

🎯 Der Mythos universeller Verhältnisse

Die oft propagierten “optimalen” Glukose-Fruktose-Verhältnisse von 2:1 oder aktuell 1:0,8 sind wissenschaftlich problematisch. Diese Empfehlungen basieren auf Studien mit selektierten, gesunden Probanden und schließen Menschen mit Fruktose-Malabsorption systematisch aus. Für 30-40% der Athleten führen diese Verhältnisse zu Verdauungsproblemen statt zu besserer Performance. Harald ergänzt: “Statt universeller Ratios brauchen wir individuelle Toleranzzonen – was für einen Elite-Athleten funktioniert, kann bei einem Hobbyläufer zum Wettkampfabbruch führen.”